Programm Freitag, 30.10.2009

Vorträge

V 1 | Peter Fiedler:
Perspektiven in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen

14:30 – 15:15 Uhr


Persönlichkeitsstörungen treten selten als solitäre Auffälligkeit von Patienten in Erscheinung, sondern erhalten ihre therapeutische Relevanz häufig erst in der Gleichzeitigkeitsdiagnostik mit anderen psychischen Störungen. Im Vortrag stehen einerseits wichtige Erscheinungsformen und Gleichzeitigkeits­diagnosen bei Patienten mit Persönlichkeits­störungen im Vordergrund. Andererseits werden die störungsabhängigen Indikationen und differenziellen Möglichkeiten der psychotherapeutischen Behandlung breiten Raum einnehmen.


V 2 | Hans-Jörg Lütgerhorst:
Leidenschaft, die Leiden schafft: Verhaltenssüchte und ihre Komorbiditäten

14:30 – 15:15 Uhr


Wenn auch der Suchtbegriff in der Alltagssprache eher inflationär gebraucht wird, lassen sich die so genannten Verhaltenssüchte doch eingrenzen: Hierzu zählen Pathologisches Glücksspiel, Arbeitssucht, Sportsucht, Kaufsucht, Sexsucht, Computer- und Internetsucht u.a. Sie gelten als Impuls­kontroll­störungen und werden wahrscheinlich in der ICD-11 eine neue diagnostische Kategorie bilden.
Welche Gemeinsamkeiten zeigen Verhaltenssüchte mit stoffgebundenen Süchten? Wovon sind sie abzugrenzen? Welche differential­diagnostischen Überlegungen sollten angestrengt werden?
Der Vortrag gibt Antwort auf diese Fragen, beschreibt das diagnostische Vorgehen und stellt wirkungsvolle Behandlungsansätze vor.


Workshops

WS 1 | Hagen Böser:
„Auch unsere Ahnen steuern uns nicht, aber sie mischen mit“ – Aspekte der systemischen Persönlichkeits- und Familien(re)konstruktion

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Den Einfluss der Herkunftsfamilie auf die eigene Entwicklung zu reflektieren und zu bewerten ist ein wichtiger Bestandteil der systemischen Selbsterfahrung. Hierfür wurde ein breitgefächertes Methodenrepertoire entwickelt, mit unterschiedlichen theoretischen Ausgangspositionen. Diese werden vorgestellt - mit manchen Techniken im Workshop gearbeitet.


WS 2 | Peter Fiedler:
Stalking und Mobbing: Opfer, Täter, Prävention, Behandlung

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Jodie Foster, Brad Pitt, Steffi Graf, Steven Spielberg gehören zu den bekannten Stalking-Opfern, aber auch viele "normale" Menschen. In Deutschland werden 18% der Frauen und 4% der Männer einmal in ihrem Leben gestalkt. Dabei reicht die Skala von Belästigung über Verfolgung bis hin zu Gewalttätigkeit, Vergewaltigung und Mord.

Im Workshop werden folgende Fragen behandelt:

  • Was ist zu tun, wenn Patienten durch Dauer-Belästigung, Nachstellung und Verfolgung bedroht sind?
  • Wie unterscheiden sich Mobbing und Stalking?
  • Wie kann man vermeiden, Opfer von Stalking/ Mobbing zu werden und was macht die Täter zu Tätern?
  • Welche Behandlungsansätze sind geeignet, die gravierenden psychischen Folgen von Stalking/Mobbing zu behandeln?

(ausgebucht)


WS 3 | Almut Grosse-Parfuß:
Körperlicher Ausdruck der Persönlichkeit

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Erfahrungsorientierter Workshop: bequeme Kleidung wird empfohlen

Körperliche Phänomene des Widerstands, wie z.B. Haltung, muskuläre Spannung, Gefühlsausdruck und Atmungsmuster lassen sich nach Alexander Lowen verschiedenen „Charakterstrukturen“ zuordnen. In diesem erfahrungsorientierten Workshop geht es darum, welchen körperlichen Ausdruck die Persönlichkeit findet, welche Haltungs- und Verhaltensmuster sich als bedeutsame Überlebensstrategien entwickelt haben und welche Blockaden gelöst werden können, um so die persönliche Weiterentwicklung voranzutreiben. Die unmittelbare, körperliche Spürbarkeit erleichtert dabei die Integration von Erkenntnissen in den gelebten Alltag.
(ausgebucht)


WS 4 | Arne Hofmann:
EMDR in der Behandlung traumabedingter Persönlichkeitsstörungen

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Mit zunehmenden Forschungsergebnissen im Bereich psychotraumatischer bedingter Störungen sind auch immer bessere Zugänge zur Behandlung auch von komplexen Traumafolgestörungen gelungen. Bei Störungen wie der Borderline Persönlichkeitsstörung ist seit längerem bekannt, dass sie in den meisten Fällen eine traumatische Ursache hat. Mit verschiedenen Ansätzen wird nun versucht auch diesen Patienten mit traumaspezifischen Ansätzen über eine Stabilisierung hinaus weiterzuhelfen. Auch die von Dr. Francine Shapiro in Palo Alto (Kalifornien) entwickelte und international anerkannte EMDR-Methode lässt sich im Bereich komplexer traumabedingter Persönlichkeitsstörungen erfolgreich einsetzen.
Die EMDR-Methode ist in ihrer Effektivität bei der PTBS gut belegt und verwendet einen 8 Phasen umfassenden Behandlungsansatz. Sie kann sicher in vielen Psychotherapien von traumabedingten Persönlichkeitsstörungen einen wichtigen Beitrag zur Verarbeitung der auslösenden belastenden Erinnerungen leisten.
Der integrative Ansatz der EMDR-Methode wird in seinen einzelnen Anwendungen speziell bei komplex traumatisierten Patienten erarbeitet und diskutiert werden. Fragen zu eigenen Patienten sind willkommen.
(ausgebucht)


WS 5(a) - zweitägig | Harlich H. Stavemann:
Sokratische Gesprächsführung in Therapie und Beratung

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Sokratische Gesprächsführung ist eine Technik, mit deren Hilfe Glaubenssätze, Vorannahmen und Befangenheiten von Patienten besonders effektiv bearbeitet werden können. Anstelle von Gegenargumenten werden Fragen gestellt wie
- Treffen meine Annahmen meine Realität?
- Passen sie widerspruchsfrei zu anderen Sätzen, die mir wichtig sind?
- Sind sie geeignet zur Erreichung meiner wichtigen Lebensziele?
Wie aber kann man eigene (andere) Wert- und Zielvorstellungen aus dieser Arbeit heraushalten? Welche konkreten Fragen sind hilfreich? Auf welche Art und Weise soll der Therapeut kommentieren? Die von Stavemann erarbeitete Form der Sokratischen Gesprächsführung bietet umfassende und konkrete Antworten. Mit ihr hat der Therapeut eine optimale Trainingsmöglichkeit für Fragen, Kommentare und Bewertungssätze, die der Patient gleichzeitig als seiner eigenen Welt zugehörig und als etwas Neues und Aufrüttelndes empfinden kann. Sie stattet den Therapeuten mit einer Art Kompass aus, mit dessen Hilfe der logische Ablauf einer "explikativen" oder "normativen" Gesprächsführung in jeder Phase der Therapie klar ist. Ein gründliches Training, das eine direkte Umsetzung in die praktische Tätigkeit erlaubt, ist bei üblichen Therapiekongressen selten möglich. Der Workshopcharakter der Kölner Therapietage lässt jedoch die Möglichkeit einer intensiven Schulung zu. Wir sind froh, dass wir mit der Technik der Sokratischen Gesprächsführung eine Methode und in Harlich H. Stavemann einen geeigneten Trainer gefunden haben für ein fortlaufendes Zweitages-Training.
(ausgebucht)




Programm Samstag, 31.10.2009

Vorträge

V 3 | Birger Dulz:
Borderline-Störungen und Sexualität

8:30 – 9:15 Uhr


Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil jeder Paarbeziehung und sollte deshalb im Rahmen der Psychotherapie von Borderline-Patienten besonders beachtet werden. Dennoch ist die Sexualität von Borderline-Patienten nur wenig untersucht. Was wissen wir dennoch darüber?


V 4 | Ralf Pukrop:
Persönlichkeitsstörungen als Avantgarde zur Erneuerung unserer Klassifikationssysteme

14:30 – 15:15 Uhr


Den meisten praktisch tätigen Therapeuten ist die Schiefe der gültigen Diagnosesysteme explizit oder intuitiv ohnehin evident, wenn es darum geht, bei der täglichen Arbeit mit teilweise absurden Bemühungen eine passende Schublade bei der Formulierung des Therapieantrages zu finden. Aber was sind die Alternativen?

Das DSM-V steht vor der Tür. Aus diesem Anlass setzen sich die Experten in den entsprechenden Gremien erneut selbstkritisch mit den Grenzen eines aus medizinischen Modellen übertragenen kategorialen Verständ­nisses psychischer Störungen auseinander. Insbesondere bei der Klassifikation von Persönlichkeits­störungen wird die Unzulänglich­keit von abgrenzbaren "Krankheits­einheiten" offenbar.

Der Vortrag versucht, die Komplexität der verschiedenen Modelle und die Fülle empirischer Daten zu diesem umfassenden Thema herunter­zubrechen und in einigen Grundgedanken zu integrieren. Die Persönlichkeits­störungen spielen dabei möglicherweise eine Vorreiter­rolle, da sich innovative Vorstellungen an diesem ohnehin in einem medi­zinischen Modell kaum fassbaren Phänomen sozusagen gefahrloser erproben lassen. Dabei müssen Erkenntnisse dimensionaler Klassifikations­versuche, neurowissenschaftlicher und genetischer Forschungen sowie moderner therapeutischer Ansätze berücksichtigt werden. Herkömmliche Grenzen oder Übergänge müssen neu definiert werden – Grenzen zwischen verschiedenen psychischen Störungen im Sinne eines auch ethisch fragwürdigen Komorbiditäts­problems, zwischen Achse I (klinische Störungen) und Achse II (Persönlichkeitsstörungen), zwischen "normal" und "gestört".


Workshops

WS 6 | Birger Dulz:
Borderline-Störungen und Sexualität

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Die Borderline-Symptomatik schließt immer auch Störungen in den Beziehungen zu sich selbst und zu anderen ein. Diese zeigen sich nicht zuletzt im Bereich Sexualität, zumal viele Betroffene sexuell traumatisiert sind. Bestehende Therapiekonzepte (z.B. DBT) räumen dieser Thematik keinen speziellen Raum ein. Selbst therapeutische Teams blenden das Thema Sexualität bewusst oder unbewusst aus und tragen auf diese Weise dazu bei, dass die Beziehungsstörungen unserer Borderline-Patienten am schwersten zugänglich sind und somit am hartnäckigsten bestehen bleiben.

Im Workshop haben Sie Gelegenheit, Fälle von Borderline-Patienten, in denen Sexualität eine herausragende Rolle spielt, zu schildern und aus einem psychodynamischen Blickwinkel heraus zu beleuchten. Daneben ist Raum für Überlegungen zum Umgang mit sexuellen Beziehungen von Borderline-Patienten in therapeutischen Institutionen.
(ausgebucht)


WS 7 | Jochen Eckert:
Wie diagnostiziere ich das Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sicher?

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Lange Zeit wurde die Diagnose Borderline-Störung als diagnostischer Abfallkorb genutzt, in den alles geworfen wurde, was sich diagnostisch nicht anderweitig eindeutig unterbringen ließ. Das hat sich seit Einführung der DSM-Kriterien deutlich gebessert. Dennoch lassen sich diese Kriterien nicht einfach abfragen: Wann ist z.B. das Kriterium „Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung“ erfüllt? Dabei hilft ein halbstrukturiertes Interview, das Diagnostische Interview für Borderline-Störungen (DIB) von Gunderson et al., das sich weltweit als ein sehr zuverlässiges und valides Diagnoseinstrument erwiesen hat. Im Workshop wird, auch unter Einsatz von Videoaufzeichnungen, die Anwendung dieses Interviews eingeübt, das sich u. a. dadurch auszeichnet, dass es die Reaktionen des Interviewers auf den Patienten in die diagnostische Urteilsbildung einbezieht.
(ausgebucht)


WS 8 | Ulf Jacob:
Einführung in die Akzeptanz- und Commitment-Therapie

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist ein einzigartiger evidenz-basierter therapeutischer Ansatz, der Akzeptanz- und Achtsamkeitsstrategien mit Strategien der Verhaltensänderung kombiniert. Ziel der ACT ist explizit nicht Symptomreduktion, sondern die Zunahme psychischer Flexibilität. Dies erfolgt durch:

  1. Förderung der Akzeptanz unerwünschter privater Erfahrungen, die außerhalb persönlicher Kontrolle liegen
  2. Erleichterung von engagiertem Handeln in Richtung auf ein werteorientiertes Leben

Die Teilnehmer des Workshops werden das störungssübergreifende ACT-Modell der Psychopathologie kennenlernen. Die zentralen therapeutischen Prozesse werden vorgestellt und erlebnisbezogen vermittelt.


(ausgebucht)


WS 9 | Otto F. Kernberg:
Übertragungsfokussierte Psychotherapie bei neurotischer Persönlichkeitsstruktur

9:45 – 13:00 Uhr


Die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) ist eine aktualisierte Form der psycho­analytischen Psycho­therapie. Sie wurde für Patienten entwickelt, die über eine integrierte Identität und überwiegend höhere Abwehr­mechanismen verfügen und unter einer Persönlichkeits­störung leiden, die durch besondere charakterliche Rigiditäten gekennzeichnet ist.
Zunächst soll ein kurzer Überblick über die wichtigsten Persönlichkeits­störungen dieser höheren Strukturebene gegeben werden. Die Differential­diagnostik sowie Indikation und Kontra­indikation für die Anwendung von TFP bei diesen Störungen wird besprochen.
Strategien, Taktiken und Techniken der TFP werden analysiert. Hierzu werden folgende Aspekte näher untersucht: defensives Vorgehen, Übertragung­sanalyse, Gegenübertragung, Charakter­analyse und das Spektrum der interpretierenden Interventionen.
Klinisches Fallmaterial soll das technische Vorgehen illustrieren. Abschließend werden die Unterschiede zu alternativen psycho­dynamischen Ansätzen skizziert.
(ausgebucht)


WS 10 | Ralf Pukrop:
Integrativer Ansatz zum Verständnis und zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


In den letzten Jahren sind erfreulich viele neue Ansätze zur Behandlung von Persönlichkeits­störungen entwickelt worden (z.B. Schematherapie, Dialektisch Behaviorale Therapie, Psychoedukation, Kognitiv-Analytische Therapie, Gesprächs­psycho­therapeutischer Ansatz der doppelten Handlungs­regulation, medikamentöse Strategien und einige mehr). Im Workshop wird nach Gemeinsamkeiten dieser Ansätze gesucht, um gesicherte Heuristiken zum Verständnis und therapeutisch-praktischen Umgang mit entsprechenden Patienten herauszuarbeiten. Dazu werden die therapeutischen Ansätze auch zu der Grundlagen­forschung im Bereich der Persönlichkeits­störungen in Beziehung gesetzt: Evolutionstheorie, Neurowissenschaften, Persönlichkeits- und Psychotherapie­forschung bieten theoretische Bausteine, aus denen sich je spezifische Handlungs­strategien ableiten lassen.

Beispiele des Dozenten stammen aus dem gesamten Spektrum der Persönlichkeits­störungen und beschränken sich keineswegs auf die am stärksten beforschte Borderline Persönlichkeits­störung, Fallbeispiele der Teilnehmer sind ausdrücklich erwünscht. Eine undogmatische Grundeinstellung der eigenen therapeutischen Heimat gegenüber ist dabei eine günstige Voraussetzung, da eine Überführung unterschiedlicher Konzepte nie theoretisch befriedigend, wohl aber praktisch hinreichend gelingen kann.
(ausgebucht)


WS 5(b) - zweitägig | Harlich H. Stavemann:
Sokratische Gesprächsführung in Therapie und Beratung

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Fortsetzung vom 30.10.
(ausgebucht)




Programm Sonntag, 01.11.2009

Vorträge

V 5 | Otto F. Kernberg:
Mentalisierung, Achtsamkeit, Interpretation und Spaltung

8:30 - 9:15 Uhr


In der psychodynamischen und in der Kognitiv-behavioralen Therapie wurden verschiedene Betrachtungsweisen und Denkansätze zur Selbstreflektion entwickelt. Diese unterschiedlichen Konzepte und deren klinische Implikationen werden am Beispiel ihrer Sicht frühkindlicher und reiferer seelischer Zustände verglichen.
Die wichtige wechselseitige Beziehung zwischen Selbstreflektion und der Fähigkeit zur Integration einander widersprechender seelischer Zustände wird verdeutlicht: Im Zuge der Entwicklung können frühkindliche Spaltungen interpretierend überwunden und in eine höhere Mentalisierungsebene überführt werden. In diesem Zusammenhang werden die beiden miteinander verwandten Konzepte der Empathie und der Einsicht als Bestandteil höher entwickelter Selbstreflektion untersucht.


V 6 | Michaela Huber:
Trauma und Erkrankung

14:30 – 15:15 Uhr


Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen - darunter Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes II sowie Darmerkrankungen -, die nachweislich durch eine Traumabedingte Störung ausgelöst, verstärkt oder aufrechterhalten werden. Wie kommt das, was können Betroffene und was kann das Gesundheitssystem tun?


Workshops

WS 11 | Petra Höher:
Beziehungsmanagement – Coaching und Workshop

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Coaching unterscheidet sich von der Psychotherapie, aber es gibt auch Ähnlichkeiten in der Anwendung der eingesetzten Methode.Coaching bezieht sich in erster Linie auf den beruflichen Kontext und ist eine handlungsorientierte hilfreiche Interaktion. Intakte Fähigkeiten zum Selbstmanagement sind hierbei erforderlich.
Die Anlässe für ein Coaching sind sehr vielseitig, z. B.:

  • Zielfindung
  • Arbeitsdruck und Überforderung
  • Zeitmanagement
  • Verbesserung der Führungsqualitäten
  • Teamentwicklung
  • Kommunikation
  • Selbstbild / Fremdbild
  • Selbst- und Beziehungsmanagement
  • Work-Life-Balance

Kommunikation und aktives Beziehungs­management sind die Hauptthemen in dem angebotenen Workshop. Coaching ist eine Möglichkeit die täglichen Herausforderungen im Beruf und Alltag nachhaltiger zu bewältigen. Der Erfolg eines Unternehmens wird durch den Einsatz „Mensch“ bestimmt.
Bei der Auswahl, den richtigen Coach zu finden, spielt der Sympathiefaktor eine wichtige Rolle.
Beziehungsmanagement ist immer „Empfehlungsmarketing“. Von daher ist jeder Patient auch in der Rolle eines „Kunden“ zu sehen. Glaubhafter als jegliche Werbeaussagen sind überzeugte Kunden, die eine Dienstleistung persönlich weiterempfehlen.
(ausgebucht)


WS 12 | Michaela Huber:
Trauma und Partnerschaft

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Traumatisierte Menschen sind häufig keine einfachen Beziehungspartner. Sie sind vielleicht wenig belastbar, reagieren auf Stress-Situationen wie etwa Streit mit Wut, Todesangst oder totaler Unterwerfung. Nicht selten verhalten sie sich eher wie bedürftige Kinder, wenn sie in Not geraten, und machen ihre PartnerIn zum erwachsenen Beschützer, statt selbst „groß“ zu werden. Und: Viele bleiben in engem Kontakt zu den Bindungspersonen, die sie gequält haben, etwa vernachlässigenden und/oder misshandelnden Elternfiguren. Was bedeutet das für uns in der Trauma-Arbeit? Wie die PartnerIn bzw. andere nahe Menschen des/der Betroffenen direkt oder indirekt einbeziehen und gleichzeitig der Betroffenen das Gefühl vermitteln, weiter „an ihrer Seite“ zu sein?
(ausgebucht)


WS 13 | Claus Lechmann:
Das Asperger-Syndrom – Diagnostik und Therapie im Erwachsenenalter

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Während im Kindesalter die Diagnose mittlerweile gut etabliert ist und es entsprechende Diagnostikinstrumente gibt, ist das Asperger-Syndrom im Erwachsenenbereich noch recht unbekannt. Erst in den letzten Jahren sind erste Anlaufstellen für Patienten entstanden. Die Diagnosestellung im Erwachsenenalter ist nicht einfach, erfordert Erfahrung und lässt nicht selten Spielraum für differentialdiagnostische Erwägungen. Der Vorstellungsanlass kann vielfältig sein: Häufig fühlen sich die Betroffenen irgendwie „anders“, suchen eine Erklärung für ihre chronischen Schwierigkeiten, im sozialen Leben zurecht zu kommen und erkennen sich in den im Internet kursierenden Beschreibungen wieder. Die Diagnose kann dann für die Betroffenen und die Umgebung sehr entlastend und erhellend sein. Mittlerweile gibt es erste therapeutische Ansätze, die gezielt das soziale Verständnis aufbauen und es quasi wie eine Fremdsprache einüben. Viele Betroffene weisen allerdings mit Recht darauf hin, dass die autistischen Besonderheiten nicht (nur) als defizitäre sondern als eine andere Wahrnehmung der Welt gesehen werden sollten.
Im Workshop werden Videoausschnitte eingesetzt, um den diagnostischen Blick zu schärfen und die Vielfältigkeit der Symptome und Ausprägungen zu veranschaulichen. Die TeilnehmerInnen lernen Diagnostikinstrumente (u.a. Screeningfragebögen) kennen und anzuwenden. Therapeutisch wird ein Überblick über die typischen Problembereiche gegeben und exemplarisch störungsspezifische Interventionen (z.B. Smalltalk-Training) vermittelt. Das Seminar soll helfen, mögliche Scheu und Unsicherheiten gegenüber Patienten mit Asperger-Syndrom abzubauen und PsychotherapeutInnen gewinnen, sich diesen besonderen Menschen zu öffnen.
(ausgebucht)


WS 14 | Harlich H. Stavemann:
Lebenszielanalyse und Lebenszielplanung in der Kognitiven Verhaltenstherapie - Fallseminar/Supervision

9:45 – 13:00 und 15:45 – 19:00 Uhr


Dieses Fallseminar dient der Vertiefung und der praktischen Anwendung des Workshops „Lebenszielanalyse und Lebenszielplanung in der KVT“ (Kölner Therapietage 2008), dessen theoretische Inhalte als bekannt vorausgesetzt werden. Die Teilnehmer üben in diesem Fallseminar Leitfäden und Strategien ein für den Umgang mit der Lebensziel­problematik im Rahmen einer kognitiv-verhaltens­therapeutischen Behandlung. Schwerpunkt sollen Patienten mit depressiver Symptomatik, in Lebenskrisen, bei Burn-out Syndromen und Selbstwertproblemen vorgestellt werden. Themen sind u. a.: Durchführen der Lebensziel­analyse und Hilfestellung bei der Lebensziel­planung, Umgang mit (Lebens-) Zielverlust und Zielkonflikten. Es können sowohl eigene Lebensziel­probleme als auch Fragen zu Patienten eingebracht und supervidiert werden.
(ausgebucht)


WS 15 - halbtägig | Birgit Gunia-Hennecken:
Zusammenarbeit und Vernetzung in der psychiatrischen Versorgungslandschaft

9:45 – 13:00 Uhr


Was tun, wenn sich psychische und soziale Schwierigkeiten im Einzelfall häufen? Wo erhält ein Patient Beratung, der seinen Arbeitsplatz krankheitsbedingt verloren hat? Wer bietet Hilfe im häuslichen Alltag? An wen kann man sich wenden, wenn eine Patientin Unterstützung beim Aufbau einer Tagesstruktur benötigt? Wo kann ich weitergehende Informationen zu solchen und ähnlichen Fragen bekommen?

Der Workshop bietet einen Überblick zu den Möglichkeiten patientenbezogener Zusammenarbeit und berufsübergreifender Vernetzung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im System der psychiatrischen Hilfen.

Manche Patientinnen und Patienten haben einen komplexen Hilfebedarf, der über die rein psychotherapeutische Behandlung hinausgeht. Das betrifft insbesondere diejenigen, die mit chronischen Belastungen und Erkrankungen in „Multiproblemsituationen“ leben. Wer solche Patienten gezielt weitervermitteln will, für den ist die Kenntnis entsprechender Angebote und Einrichtungen hilfreich. Daher wird im Workshop der Verbund von klinischen, ambulanten und komplementären Hilfen der gemeindenahen Psychiatrie am Beispiel Köln vorgestellt.

Der gemeindepsychiatrische Verbund bietet auch losgelöst vom Einzelfall die Möglichkeit der fachlichen Zusammenarbeit. In Köln geschieht das durch die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Köln. Die PSAG ermöglicht durch ihre Struktur und Aktivitäten verschiedene Anknüpfungspunkte zur Vernetzung mit anderen Fachkräften der psychosozialen Versorgung, mit ehrenamtlichen Helfern, Betroffenen und deren Angehörigen. Gegenseitige fachliche Information und Beratung, Information über die Weiterentwicklung der Versorgungssituation psychisch kranker Menschen und die Mitwirkung an einer bedarfsgerechten Gestaltung der psychosozialen Versorgung sind Kernpunkte der Vernetzung in der PSAG.

Ziel des Workshops ist, zur Zusammenarbeit und Vernetzung in der psychiatrischen Arbeit zu ermutigen und die grundlegenden Voraussetzungen dafür zu vermitteln.


WS 16a oder WS 16b - halbtägig | Dieter Kropfreiter:
Einführung in die Biofeedbacktherapie

09:45 - 13:00 oder 15:45 – 19:00 Uhr


Biofeedback ist eine hoch effektive therapeutische Methode bei verschiedensten Beschwerdebildern. In diesem Halbtages-Workshop erhalten Sie eine Einführung rund um das Thema Biofeedback: psychophysiologische Grundlagen, klinische Anwendungsbereiche mit speziellem Fokus auf verhaltenstherapeutischen Indikationen, Fortbildungsmöglichkeiten sowie Therapie- und Sitzungsgestaltung mit aktuellen Biofeedbackgeräten und entsprechender Software. Sie können die Möglichkeiten der Geräte vor Ort ausprobieren und erhalten Unterstützung bei der Handhabung der Software. Schließlich werden Sie auch Kosten-Nutzen-Aspekte für den Einsatz von Biofeedback im ambulanten und klinischen Setting diskutieren.



Änderungen vorbehalten.