Prof. Dr. Rudolph Schmitt

Dozent der Klner Therapietage 2007

Rudolph SchmittRudolf Schmitt ist gebrtiger Nordpflzer, arbeitete nach dem Abitur zunchst als Erziehungshelfer in einem Sonderkindergarten fr geistig behinderte Kinder. Nach dem Studium der Psychologie und der Germanistik war er als Familien- und Einzelfallhelfer in verschiedenen Berliner Bezirken ttig, leitete daneben Gesprchsgruppen in den Justizvollzugsanstalten Berlin-Moabit und -Tegel und entwickelte Lernsoftware fr entwicklungsbehinderte Kinder. Rudolf Schmitt arbeitete sieben Jahre in einer psychiatrischen Klinik in Berlin. Seit 1997 ist er Professor am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Zittau / Grlitz (FH). Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der metaphorischen Kommunikation; sein besonderes Interesse gilt dabei der Metaphernanalyse als systematischer Forschungsmethode und der Frage nach Einsatz und Wirkung von Metaphern in der beratenden und therapeutischen Kommunikation.

Das war der Beitrag 2007:

Workshop WS 17: Einfhrung in die systematische Metaphernanalyse

Rudolf Schmitt erzhlt von einem Erlebnis in einer Strafvollzugsanstalt: In einer Sitzung war mir aufgefallen, dass ein bisheriger Teilnehmer fehlte; ich erhielt auf meine Frage, ob jemand wsste, warum er fehle, zunchst ein lngeres Schweigen. Dann kam die Antwort: Er sei ein Lampenbauer gewesen. Alle im Raum wussten Bescheid bis auf mich, den Psychologen.
Unsere Sprache ist durchsetzt mit Metaphern, wir verstehen und missverstehen andere Menschen, indem wir ihre sprachlichen Bilder bersetzen. In stockenden und beiderseits frustrierenden Kommunikationsprozessen blockieren eventuell unterschiedliche Metaphern, die nicht zueinander kompatibel sind, die Verstndigung. In der Therapie kann eine passende Metapher ebenso strukturierend das Gesprch beeinflussen wie das gemeinsame Aufspren der Bedeutungen einer Metapher. Das Aufgreifen der Sprache des Patienten ermglicht es, dessen Welt aus dem Innern der damit ausgedrckten Selbst- und Weltsicht zu verstehen. Daraus knnen Handlungsweisen entwickelt werden, die die Patientensicht der Welt nicht berfordern.
Der Workshop fhrt ber einen kurzen Einblick in die Theorie der kognitiven Linguistik nach Lakoff und Johnson in die Metaphernforschung ein und erprobt ausschnitthaft eine davon abgeleitete Analysemethode von Gesprchstranskripten. Anwendungsmglichkeiten zur Selbstreflexion, zur Supervision schwieriger Therapieverlufe und zur direkten Intervention schlieen den Workshop ab. Auch wenn das praktische ben nicht zu kurz kommen soll, ist ein weitgehendes theoretisches Interesse hilfreich fr den Workshop.


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