Dr. med. Dipl.-rer.pol. Gunther Schmidt

Dozent der Klner Therapietage 2007

Gunther SchmidtDr. Gunther Schmidt gilt als Pionier der systemisch-lsungsorientierten Beratungsanstze sowie als Begrnder einer hypno-systemischen Konzeption von Therapie, Beratung, Coaching und Organisationsentwicklung. Dabei ist es ihm ein wichtiges Arbeitsziel, mit differenzierten und komplexen Methoden die offenen und verdeckten Kompetenzen der KlientInnen fr diese optimal nutzbar zu machen.
Er ist Facharzt fr psychotherapeutische Medizin und hat nach seiner tiefenpsychologischen Ausbildung u.a. bei Milton Erickson selbst eine Ausbildung in Hypnotherapie absolviert sowie diverse familientherapeutische, systemische und eine Psychodrama-Ausbildung gemacht.
Derzeit ist Dr. Gunther Schmidt als Leiter des Milton-Erickson-Instituts Heidelberg, rztlicher Leiter der Abteilung systemisch-hypnotherapeutische Psychosomatik der Fachklinik am Hardberg in Siedelsbrunn sowie Leiter der Sys Telios-Klinik fr psychosomatische Gesundheits-Kompetenz, Siedelsbrunn ttig. Er ist Mitbegrnder und Lehrtherapeut der Internationalen Gesellschaft fr Systemische Beratung und Therapie (IGST), des Helm-Stierlin-Instituts fr Systemische Beratung, Forschung und Therapie (HSI), Ausbilder und Ehrenmitglied der Milton-Erickson-Gesellschaft (MEG) sowie Mitbegrnder und zertifiziertes Mitglied des Deutschen Bundesverbandes Coaching (DBVC). Er hat als Autor zahlreiche Bcher, Fachartikel, Video- und Audioprogramme verffentlicht.

Das war der Beitrag 2007:

Vortrag V 6: Du hast keine Chance nutze sie!

Einzigartige Lsungen fr einzigartige KlientInnen in einzigartigen Kontexten: hypno-systemische Therapie- und Beratungsstrategien fr schwierige Auftragskonstellationen.

Aus hypnosystemischer Sicht kann jedes Phnomen in seiner Bedeutung und Wirkung nur verstanden werden, wenn man seinen Kontext einbezieht. Und, aufbauend auch auf der Autopoiesie-Theorie, der modernen Hirnforschung und der Heisenbergschen Unschrferelation, geht man davon aus, dass kein Mensch je erkennen kann, wie ein System wirklich (d.h. tatschlich, objektiv) ist. Dementsprechend kann auch niemand sehen, was ist, sondern immer nur, was er eben selbstorganisiert als Bilder in sich hochrechnet.
Wenn Menschen in Therapie- und Beratungskontexte kommen, werden sie, ob gewollt oder nicht, massiv durch die Bedingungen dieses Kontextes beeinflusst. Die Wahrnehmung sowohl von KlientInnen als auch von TherapeutInnen/BeraterInnen, ebenso die Wirkung von Interventionen hngt stark davon ab, ob dieser Kontext als wrdigend, sinnvoll, sicher und auch als zieldienlich erlebt wird.
Hufig wirken auf Therapie-/Beratungskontakte aber Fremdeinflsse ein (Therapie/Beratung als Auflage, oder verbunden mit Pathologie- und Defizitbeschreibungen der KlientInnen, die diese nicht teilen und durch die sich entwertet fhlen etc.). Dann wird die Zusammenarbeit fr beide Seiten zur Zwickmhle, TherapeutInnen geraten unter Stress, KlientInnen wehren ab. Oder die KlientInnen streben Ziele an, die aus Sicht der TherapeutInnen nicht erreichbar sind. Auch dies mndet in Zwickmhlen fr beide Seiten ein.
Im Vortrag wird gezeigt, wie mit diversen Kommunikationsstrategien (z.B. transparenter Meta-Kommunikation) und spezifischen Modellen, mit denen Zwickmhlen optimal aufgelst und genutzt werden knnen, auch aus solchen schwierigen Startbedingungen zieldienliche und dabei die Autonomie der KlientInnen achtende Lsungen entwickelt werden knnen und wie dabei auch fr einen guten Arbeits-Flow von TherapeutInnen/BeraterInnen gesorgt werden kann.


Workshop WS 18: Wer sind wir, und wenn ja, wie viele?

Wie Individuen und Organisations-Systeme hypno-systemisch die unbewusste Weisheit des Organismus und ihre schlummernden Lsungskompetenzen fr Alltag, Beruf und fr die gesunde Transformation von Symptomen nutzen knnen.

Die vielfltigen Erfahrungen der Hypnotherapie, aber auch des sozialen Konstruktionismus und der modernen Hirnforschung zeigen eindeutig, dass wir alle als quasi multiple Persnlichkeiten beschrieben werden knnen, mit x verschiedenen Seiten, von denen wir uns mal mehr, mal weniger beherrschen lassen. Je nach Kontext und Rolle und je nach innerer Fokussierung von Aufmerksamkeit verndern wir nicht nur blitzschnell unsere Stimmungen, sondern auch alle damit verbundenen krperlichen Prozesse bis hin zu Hormonregulierung und Gen-Expression. Erlebt jemand Leid oder Problemprozesse, drckt dies nicht aus, dass er/sie keine hilfreichen Fhigkeiten fr eine konstruktive Lsung in sich tragen wrde, sondern nur, dass diese Fhigkeiten im Moment dissoziiert sind, sehr wohl aber wieder reaktivierbar sind und mit den Situationen wirksam vernetzt werden knnen, in denen man sie braucht.
Im Workshop werden viele Strategien vermittelt, wie man
- Zugang aufbauen kann zu den jeweils hilfreichen Mustern und Seiten in sich;
- den Einfluss ungnstig wirkender Seiten, mit denen man sich bisher verwechselt hat, unterbrechen kann und dabei deren wichtige Bedrfnisse nutzen kann (sogar auch solcher, die jemand als Folge von massiven Traumatisierungen als flash backs heimsuchen);
- zieldienlich jeweils gerade die Seiten in Beziehungen etc. vorschicken kann, die am hilfreichsten wirken knnen;
- die diversen Seiten mit Hilfe einer optimalen Steuerungsinstanz zu einem flexiblen und kraftvollen Team machen kann;
- so auch seine privaten Beziehungen z.B. spielerisch als polygame Monogamie bereichern kann, denn in einer Partnerschaft begegnen sich jeweils quasi in beiden PartnerInnen zwei ganze Vereine, die immer wieder die spannende Frage aufwerfen, wer gerade wem begegnet.


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